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Kultur in Asien: von Geishas und Geisterhäuschen

Geishas in Japan, Geisterhäuschen in Thailand, der Tanz des Lichtes auf den Phillipinen oder Feiern zur Vertreibung von Banditen in Taiwan - in Asien treffen Europäer auf unbekannte Sitten und Gebräuche.

In Thailand bestimmt die Religion fast alle Lebensbereiche

Geisterhäuschen in Bangkok. Foto: FVA Thailand

In Thailand bestimmt die Religion fast alle Lebensbereiche. Der im Land praktizierte Buddhismus schließt den Glauben an Geister und andere spirituelle Kräfte ein. Auf Hunderte von Arten versucht der Thai, die gefürchteten Geister zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Fast zu jedem Haus gehört zum Beispiel ein Geisterhäuschen (san-phra-phuum), das den Geistern, die das Gelände vor dem Hausbau bewohnt haben, Unterschlupf gewährt. Bei der Errichtung der Unterkunft für die spirituellen Mitbewohner sind penible Regeln zu befolgen, deren Missachtung großes Unglück auslösen kann.
Zur Beschwichtigung der Hausgeister werden in den Geisterhäuschen regelmäßig Opfergaben wie Reis, Obst oder Süßigkeiten abgelegt. Die Geisterdomizile können sich in ihrem Aussehen und ihrer Art enorm unterscheiden. Die Variationen reichen von kleinen, vogelhausähnlichen Konstruktionen mit Wellblechdach bis hin zum opulenten, blumenüberstreuten Schrein neben Banken oder Kaufhäusern, der unter Umständen sogar größer ist als manche Unterkunft menschlicher Bewohner. Geisterhäuser neben kommerziellen Gebäuden spiegeln das perfekte Nebeneinander von modernen und traditionellen Aspekten im heutigen Thailand wider. Den Thais gelingt es ohne Probleme, beide Elemente unter einen Hut zu bringen. Schließlich glaubt man an die Kraft der Geister, die, wenn sie wohl gestimmt sind, den Unternehmen zu einem florierenden Geschäft verhelfen können.

Die Stellung der Geishas

Eine Maiko freut sich aufs "Männerverwöhnen". Foto: Japan NTO

Die Stellung der Geishas hatten für Nicht-Japaner schon immer etwas Geheimnisvolles an sich. Obwohl die Geisha im heutigen Japan eine zunehmend seltene Erscheinung darstellt, gibt es immer noch einige Mädchen, die diesen Beruf ausüben. Geisha heißt wörtlich "Kunst-Person" und diese als Prostituierte zu bezeichnen wäre nicht nur beleidigend, sondern auch falsch. Eine Geisha geht der hochangesehenen Tätigkeit nach, männliche Gäste auf kultivierte Weise angenehm zu unterhalten. Sie absolvieren eine jahrelange Ausbildung in den Künsten des Gesangs, Tanzens, Musizierens, Dichtens und der gepflegten Konversation. Während der Ausbildung heißen die jungen Mädchen "Maiko". Die Kimonos einer Geisha sind so kostspielig, dass sich früher manches Mädchen beim Eintritt in ein Geisha-Haus hoch verschulden musste. Je perfekter eine Geisha ihre Künste beherrscht, desto aufwendiger muss sie sich kleiden, um ihrem Renommée gerecht zu werden und reiche Kunden anzulocken.

 

Gewöhnlich übernehmen die Besitzer oder die Besitzerin des Teehauses die Vorfinanzierung neuer Kimonos. Es kostete die Geisha oft Jahre, diesen Vorschuss abzuarbeiten. Auch dies ist einer der Gründe, warum man für die Gesellschaft dieser Damen so viel zahlen muss. Die Kaiserstadt Kyoto gilt auch heute immer noch als Hochburg der Geishas. Beim Spaziergang im Gion Viertel trifft man ab und zu noch auf eine Maiko oder eine Geisha, meist zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, wenn sie sich auf den Weg in die Teehäuser begeben. Wer mehr über die typischen Zeremonien erfahren möchte, kann im Gion Corner eine entsprechende Show besuchen. Infos und Karten gibt es im Kyoto Tourist Information Center.

Korea

Ähnlich wie der Wachwechsel vor dem Deoksugung Palast, sind die Vorführungen traditioneller Schwertkampfkunst auf dem Gelände des War Memorial in Seoul, der Hauptstadt von Korea, ein bei ausländischen Touristen beliebtes Spektakel. Die eindrucksvolle Darbietung, an der 43 Soldaten der Ehrengarde in originalgetreuen Uniformen aus der Zeit der Choson-Dynastie teilnehmen, wird von einer Militärkapelle musikalisch untermalt. Die Demonstration im War Memorial beginnt, sobald der "König" seinen Platz eingenommen hat und die Soldaten unter den Flaggen Ihrer Einheit einmarschieren. Nach der Verneigung vor dem Monarch ertönt der Befehl „Hebt die Schwerter!“. Präsentiert werden daraufhin historische Schwertkampftechniken mit fünf verschiedenen Waffen. Begleitet von martialischen Kommandos und dem Trommelwirbel der Militärkapelle führen die 43 Darsteller ihre blitzschnellen, aber präzisen Bewegungen synchron aus. Das imposante Schauspiel besticht nicht nur durch seine Choreographie, sondern auch durch die prachtvollen Gewänder der Akteure. Die Vorführungen finden jeden Freitagnachmittag um 14 Uhr auf dem Gelände des War Memorials im Zentrum Seouls statt.

Macau

Katholische Kirchen und buddhistische Tempel, christliche Traditionen sowie chinesische Bräuche, portugiesische Speisen und kantonesische Gerichte: einzigartig auf der Welt vereint Macau europäische und asiatische Lebensweise. Das Erbe zweier Kulturen macht sich nach der fast 450-jährigen Anwesenheit der Portugiesen in Architektur, Küche sowie Sitten und Gebräuchen bemerkbar. Unter den Festen nehmen die chinesischen einen prominenten Platz im Veranstaltungskalender ein, da der größte Bevölkerungsteil in der heutigen Sonderverwaltungszone in Südchina chinesischer Abstammung ist.
Die Feiertage werden aber von allen Bevölkerungsgruppen gemeinsam begangen. So schließen sich an das christliche Weihnachts- und Neujahrsfest die Feiern zum chinesischen Neujahr an. Dieses wird lautstark und farbenfroh an mehreren Tagen im Januar oder Februar eingeläutet. Weitere christliche Feste sind die Prozessionen „Nosso Senhor dos Passo“ am ersten Wochenende der Fastenzeit und am 13. Mai zu Ehren Marias. Eher asiatisch farbenfroh und lautstark feuern die Einwohner dann die Mannschaften beim Internationalen Drachenbootfestival an.

Auf den nördlichen Inseln der Philippinen gibt es eine Art des Volkstanzes, bei dem das Publikum grundsätzlich den Atem anhält. Der „Pandango sa Ilaw“ (Fandango des Lichts) erfordert das Balancieren von drei Gläsern, von denen jedes Öl und einen brennenden Docht enthält. Die Tänzer tragen auf jeder Handfläche ein Glas und das dritte auf dem Kopf. Während des gesamten Tanzes darf das Glas nicht festgehalten werden. Der Tänzer vollführt nicht nur einfache Walzerschritte, sondern auch Drehungen, Kreuz- und Wiegeschritte. Er rollt sich sogar auf dem Fußboden und dies alles ohne einen einzigen Tropfen Öl zu verschütten oder den Docht ausgehen zu lassen. Man sagt, dass der angezündete Docht flatternde Glühwürmchen in der Nacht darstellt. Aber hinter dem Pandango sa Ilaw sollen auch animistische Riten stehen. Der westliche Rhythmus und der Stil des weltlichen Fandango-Tanzes repräsentieren die Symbiose von Ost und West im philippinischen Leben.

Taiwan

Nur im Süden Taiwans, besonders in Neimen im Bezirk Kaoshiung, findet alljährlich im März eine besonderes Fest statt. In den wunderschön erhaltenen Tempeln Neimens sowie auf den Straßen wird mit verschiedenen volkstümlichen Darbietungen der erfolgreichen Vertreibung von Banditen gedacht, die in längst vergangenen Zeiten die Bergdörfer immer wieder ausraubten. Daraufhin haben die Dorfbewohner zu ihrer Selbstverteidigung Schutztruppen aufgestellt, die mittels Selbstverteidigungstechniken wie Kung Fu es schafften, der Lage wieder Herr zu werden und die Räuberbanden unschädlich zu machen. Später wurden dann diese Selbstverteidigungsgruppen dazu bestimmt, bei Prozessionen die Schutzheiligenfiguren zu schützen und durch die Straßen zu tragen. Die Vorführungen zeigen Selbstverteidigungstechniken in farbenfroher Umgebung und in traditionellen Gewändern.


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