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Stäbchen & Co: andere Länder - andere Sitten

"Kulturelle Fettnäpfchen" bei Fernreisen: Gerade in asiatischen Staaten gibt es zahlreiche Sitten und Gebräuche, die für unser westliches Empfinden sehr fremd sind. In Taiwan zum Beispiel sollte man nicht nur wissen, wie man Stäbchen hält, sondern auch, wie man sie ablegt. Wie man die Füße ablegt, ist dagegen in Thailand wichtig.

Viele Köche verderben hier nichts. Fotos: Taiwan Tourismusbüro

Hier ein paar Hinweise für Reisen nach Taiwan und Thailand:

Beim Essen mit Stäbchen ist in Taiwan stets eine Regel zu beachten: Wenn man eine Essenspause einlegt, sollte man die Stäbchen niemals senkrecht in den Reis stellen. Dies hat weniger mit Etikette als mit dem Glauben an ein böses Omen zu tun. Im Reis aufrecht stehende Stäbchen erinnern an Räucherstäbchen, die in der Asche steckend herausragen. Dies symbolisiert das Gebet für einen Verstorbenen, was wiederum an den Tod erinnert. Dieser gilt als ein absolutes Tabu in der chinesischen Tradition. Das Essstäbchen -Räucherstäbchen-Szenario ruft sozusagen den Tod ins Haus. Essstäbchen werden einfach neben die Reisschale gelegt (die Stäbchenspitzen weisen nach oben). Im Normalfall stehen Stäbchen-Bänke zum Ablegen bereit.

 

Geübte Stäbchen-Benutzer.

In Thailand gelten die Füße als unrein, weshalb immer darauf zu achten ist, dass man beim Sitzen einem Thai nie die Fußsohlen entgegenstreckt, was er als Beleidigung empfände. Der Kopf dagegen stellt den Sitz der Seele dar und ist somit der höchste Teil des Körpers. Außer den Eltern darf daher niemand Kindern über den Kopf streicheln. Ein absolutes Tabuthema ist die königliche Familie, die in keinerlei Weise kritisiert oder gar beschimpft werden darf. Thais legen auch großen Wert auf gepflegte, ordentliche Kleidung, um in der Gesellschaft geachtet zu werden. Die oft so typische „Reisekleidung“ der westlichen Touristen (kurze Hose, verwaschenes T-Shirt, Gummilatschen) wird deshalb häufig belächelt und ihre Träger als „arme“ oder „schmutzige“ Ausländer betrachtet.

In den meisten asiatischen Ländern heißt es übrigens, lautes Schreien und Schimpfen zu vermeiden; dies führt nur zu einem „Gesichtsverlust“, der die Asiaten peinlich berührt. Kritik sollte stets ruhig und gelassen vorgetragen werden. Mit einem Lächeln, auch in schwierigen Situationen, kommt man seinem Ziel oft viel näher. Als absolut verpönt gilt es, sich in der Öffentlichkeit, und vor allem während des Essens die Nase zu putzen.


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