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Arras
Am nächsten Tag erkundeten wir das Landesinnere. Das erste Ziel war Arras, Stadt, die eine gute Autostunde von Boulogne-sur-Mer entfernt liegt. Arras wurde bereits von den Kelten gegründet und hat heute etwa 45.000 Einwohner.
Besonders sehenswert in Arras sind die Altstadt mit ihrer spätgotischen Kathedrale und die beiden Plätze Grande Place und Place des Héros. Zu Reichtum ist die Stadt in der Picardie durch den Handel mit Flandern und auch durch die Herstellung von Wandteppichen (Tapisserie) gekommen.
St-Omer
Auf dem Weg zurück nach Boulogne-sur-Mer besuchten wir St-Omer, eine Stadt knapp 30 Autominuten vom Meer entfernt. St-Omer ist im Krieg kaum zerstört worden und präsentiert sich dem Besucher als wohlhabende Handelsstadt.
Mittelpunkt ist die Kathedrale Notre Dame aus dem 14.Jahrhundert. In der Umgebung ist La Coupole eine viel besuchte Anlage aus dem Zweiten Weltkrieg. In dem Museum erfährt der Besucher alles über die deutschen Geheimwaffen (die V2 wurde in der Region abgefeuert) über den Krieg in Nordfrankreich und über den französischen Widerstand.
Lille - Zentrum des Nord-Pas-De-Calais
Am letzten Tag ging es wieder Richtung Heimat. Aber vorher standen noch einige Städtebesichtigungen auf dem Programm. Als erstes war Lille an der Reihe. Die Stadt Lille mit seinen 180.000 Einwohnern ist das unbestrittene Zentrum der Region Nord-Pas-De-Calais.
Da die Stadt aus verschiedenen Gemeinden zusammengewachsen ist, hat sie kein eindeutiges Stadtzentrum, aber es herrscht Leben auf den Straßen. Das liegt auch an den vielen jungen Menschen, die hier studieren. Interessante Kneipen gibt es fast überall.
Für Besucher besonders interessant ist das Altstadtviertel mit seinen Bauwerken, einer Mischung aus flämischem Barock und Renaissance. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg ins nur dreißig Kilometer entfernte Tournai.
Tournai war fast 2000 Jahre lang die Stadt der Weber und Tuchmacher. Diese Gewerbe haben sie reich gemacht. Außerdem war Tournai die erste Hauptstadt des Frankenreiches.
Auch für die Kirche war Tournai immer ein wichtiger Standort. So eine riesige Kathedrale haben nur wenige Städte der Welt. Die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert ist nicht nur an ihrer Größe gut zu erkennen, sondern auch an ihren fünf Kirchtürmen. In Tournai lässt es sich wunderbar bummeln, träumen und shoppen. Wir kauften noch einige Lebensmittel auf einem Bauernmarkt am Ufer der Escault (Schelde) und fuhren weiter nach Mons.
Den letztem Stopp legten wir in Mons ein. Bei sonnigem Wetter war die Innenstadt voller Besucher. Im Mittelalter war Mons ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie, später entstanden in der Umgebung zahlreiche Zechen. Heute ist Mons eher eine Stadt des Handels und der Dienstleistungen.
Neben dem Rathaus ist vor allem der Belfried (schlanker Glockenturm, von der Stadt oder den Zünften errichtet) aus dem 17.Jahrhundert sehenswert. Er ist der letzte seiner Art, der in Belgien gebaut wurde. Leider schlossen nach und nach alle Geschäfte, also machten wir uns, nach einer Tasse Kaffee am Rathausplatz, auf den Weg nach Deutschland.





