REISEBERICHTE - PYRÉNÉES-ORIENTAL (LANGUEDOC-ROUSSILLON)

Reisedauer: 7 - 10 Nächte
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      Reise in den Süden des Languedoc-Roussillon

      Corso Nocturne in Argelès. Fotos: Hans-Joachim Franzen

      Corso Nocturne in Argelès-sur-Mer. Fotos: Hans-Joachim Franzen

      Das Département Pyrénées-Oriental ist eine Provinz in der Region Languedoc-Roussillon und eine der schönsten und wettersichersten Urlaubsregionen Frankreichs. Pyrénées-Oriental liegt kurz vor der spanischen Grenze, am Fuße der Pyrenäen. Ein Urlaub hier hat seinen ganzen eigenen Charme, da man sich in Südfrankreich nicht deutschen, englischen oder skandinavischen Interessen unterordnet, wie das in anderen Urlaubsländern rund ums Mittelmeer oft der Fall ist. Der Grund: Hauptsächlich Franzosen verbringen hier ihren Sommerurlaub. Aber nicht nur Familien, auch und gerade für junge Urlaubern bietet die Region interessante Möglichkeiten, fernab der üblichen Jugendprogramme. Junge Menschen, die Sport treiben und trotzdem Party feiern wollen und dabei ihr Englisch oder Französisch testen möchten, finden hier ein ideales Betätigungsfeld.

      Ankunft in Argelès

      Argelès-sur-Mer - am Plage du Racou

      Argelès-sur-Mer - am Plage du Racou

      An einem Donnerstag Abend landeten wir auf dem Flughafen von Perpignan. Bereits am Kofferband machte sich die Lockerheit der Südfranzosen bemerkbar, zu unserem Erstaunen konnten Verwandte oder Freunde die Ankommenden bereits am Kofferband in Empfang nehmen! Unsere Koffer kamen zügig und so saßen wir schnell im Mietwagen und fuhren nach Argelès-sur-Mer, einem sehr beliebten Badeort und mit fünfzig Anlagen die Campinghauptstadt Europas (Wovon wir nicht allzuviel merkten).

      Da es bereits spät war - wir hatten über Paris fliegen müssen und zudem den Flughafen gewechselt - aßen wir im Hotel und tranken ein Glas roten Banyuls, einen süßen Qualitätsrotwein aus der Region und kamen nach dem langen Tag so langsam zur Ruhe.

      Port Vendres

      Hafen von Port Vendres

      Am nächsten Tag stand als erstes eine Bootsfahrt auf dem Programm. Vom Hafen von Argelès ging die Fahrt auf dem kleinen Kutter Albatros die Küste entlang in Richtung Süden, vorbei an der historischen Hafenstadt Collioure mit ihren alten Wehranlagen.

      Es herrschte ein mäßiger Seegang, so dass das Schiff angenehm schaukelte, die Sonne schien und so konnten wir die abwechslungsreiche Küstenlandschaft mit ihren Felsklippen, Stränden, Weinbergen, Leuchttürmen und kleinen Orten richtig genießen. In der hübschen Bucht von Port-Vendres steuerten wir den Hafen an, nahmen neue Fahrgäste auf und tuckerten nach einer kleinen Pause langsam weiter.

      Nachdem die Albatros am südlichsten Punkt der Schiffstour, in der Bucht von Paulilles - einem Meeresschutzgebiet - angekommen war, wendete sie und fuhr langsam in Richtung Norden zurück.

      Thunfischsteak und Entenleber im Restaurant La Littorine

      Thunfischsteak und Entenleber im Restaurant La Littorine

      Nach der angenehmen Schiffstour schlenderten wir zum Auto zurück, das kostenlos auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt war und fuhren in Richtung Süden bis nach Banyuls, schließlich wollten wir im Restaurant La Littorine am Plage des Elmes. (www.hotel-des-elmes.com) zu Mittag essen. Am Plage des Elmes gibt es einen feinen Sandstrand, den die Beachvollyballer im Juli und August ausgiebig für Turniere nutzen, aber im Juni ist es hier eher ruhig.

      Im Restaurant La Littorine direkt an der Bucht wartete ein recht üppiges, aber sehr leckeres Menü auf uns. Es wurde fachgerecht und freundlich serviert und bestand aus einem Parfait aus Stockfisch und Zucchini mit einem kleinen Salat, Thunfischsteak mit Entenleber, eine Käseauswahl vom Wagen und einem Dessertteller bestehend aus Orangensülze, Roten Früchten in Banyuls-Wein und einem Pistazieneis unter einem Mandel-Tuiles.

      Katalanische Holzboote vor der Bootshalle in Paulilles

      Katalanische Holzboote vor der Bootshalle in Paulilles

      Das Restaurant ist von der Organisation „Les Touques Blanches du Roussillon“ ausgezeichnet worden. Nur 38 Restaurants aus dem Roussillon wurden bislang aufgenommen, Restaurants, deren Küchenchefs die Produkte der Region in herausragende Gerichte umwandeln.

      Leider bewölkte es sich während des Essens und fing sogar leicht an zu regnen. Ein Regen, der im Laufe des Nachmittags auch kurzzeitig stärker wurde, aber insgesamt nicht wirklich störte. Auch nicht beim Besuch in Paulilles, dem Gelände einer ehemaligen Dynamitfabrik von Alfred Nobel. Die Sprengstofffabrik produzierte hier von 1870 bis 1984 und war ein wichtiger und recht sozialer Arbeitgeber.

      Von den ehemals zahlreichen Fabrikhallen, Arbeiterhäusern und anderen Gebäuden ist nur wenig übrig geblieben, aber einige wesentliche Gebäude sind in den letzten Jahren wieder in Stand gesetzt worden und auch ein kleines Museum fehlt nicht. Interessant war die Bootshalle, vor der traditionelle katalanische Holzboote liebevoll restauriert wurden.

      Gasse in Collioure

      Gasse in Collioure

      Ein wesentlicher Punkt für die Beliebtheit der Bucht von Paulilles ist die hübsche Lage in einem Tal direkt am Meer, ein Gelände mit einer gepflegten Gartenanlage, dem ehemaligen Direktorenhaus und einem schönen Strand in einer traumhaften Bucht. Eine gute Übersicht bekommt man vom Turm La Vigie (der Ausguck). Der Eintritt in die Anlage ist übrigens frei und auch das Parken ist kostenlos.

      Leider war es weiterhin bewölkt, was für Landschaftsfotos selten optimal ist, allerdings hatten wir die Bucht, die zu einem streng geschützten Unterwasser-Naturschutz gehört, bereits am Vormittag bei Sonnenschein vom Meer aus gesehen.

      Etwas später ging es dann nach Collioure, einer 2.500 Jahre alten Hafenstadt, die auch im 21. Jahrhundert ihren Reiz und ihre Schönheit nicht verloren hat.

      Der Trumpf von Collioure: Nachdem Collioure militärisch und wirtschaftlich an Bedeutung verloren hatte, veränderte sich hier Jahrhunderte lang nicht mehr viel. Ab Anfang der sechziger Jahre gewann der Tourismus deutlich an Bedeutung, viele Bürgerhäuser wurden nach und nach restauriert und in Hotels, Restaurants, Galerien und Shops umgewandelt. Vor allem die Galerien bestimmen heute das Erscheinungsbild der Einkaufsstraßen, schließlich ist Collioure das künstlerische Zentrum des Languedoc-Roussillon - und das aus gutem Grund. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen bedeutende Maler wie Henri Matisse, Georges Braque, André Derain und Pablo Picasso nach Collioure und machten es weit über die Grenzen der Region bekannt. Den damaligen Ruhm vermarktet die Stadt immer noch sehr erfolgreich.

       

      Wir bummelten durch die malerischen Gassen von Collioure, lauschten einem öffentlichen Klavierkonzert und strebten um 19.00 Uhr zum Restaurant Casa Léon, ebenfalls eine Topadresse, die wie das La Littorine zu den „Les Touques Blanches du Roussillon“ gehört. Hier beschränkten wir uns auf drei Gänge: Carpaccio von Jakobsmuscheln, Pavé vom Thunfisch und Pa d´ous, ein typisches Dessert der Region.

       

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