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Antequera – Schatzkammer der Provinz Málaga

Antequera - Restaurante El Coso

Antequera - Restaurante El Coso

Rund 80 Prozent aller Kunstschätze der Provinz Málaga konzentrieren sich auf Antequera, wie die Antequeranos stolz zu berichten wissen.

 

Dabei hat das kleine Städtchen gerade mal gut 44000 Einwohner. Aber es ist sich sehr bewusst, dass seine heutige Einnahmequelle hauptsächlich im Tourismus liegt, nachdem es jahrhundertelang von Schafherden, Olivenbäumen und Getreideanbau lebte.

 

Nach wie vor kommen die meisten Urlauber aus anderen spanischen Regionen hier hin, das internationale Interesse für Antequera steigt jedoch stetig. Auch in der Geschichte zog die Stadt Menschen aus allen Himmelsrichtungen an.

 

Gasse in Antequera

Gasse in Antequera

Die mit Abstand ältesten Zeitzeugen unter den Bauwerken der Stadt sind zweifelsfrei die Dolmengräber nordöstlich des Stadtkerns, die jüngst allerdings mit einem etwas überdimensioniert wirkenden Besucherzentrum versehen wurden.

Die Megalith-Gräber entfalten ihre Wirkung aus der Nähe, wenn man Parkplatz, sanitäre Einrichtungen etc. hinter sich gelassen hat und durch den dunklen Gang in die Grabkammer geht. Bis zu 180 Tonnen wiegen die einzelnen Steinkolosse, die vor über 4000 Jahren zu Errichtung der kollektiver Ruhestätten verarbeitet wurden und fast völlig unter den kleinen grünen Hügeln verborgen sind. Mehrere hundert Menschen wurden in den Dolmen de Menga und de Viera begraben, wie Forscher im vorletzten Jahrhundert entdeckten.

Kirche in Antequera

Kirche in Antequera

Gut 2000 Jahre später wurde die mittlerweile iberisch bzw. keltisch geprägte Stadt dann für mehrere hundert Jahre dem römischen Reich angeschlossen und wurde zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Handel. Aus dieser Zeit stammen die „Termas Romanas“ - die römischen Thermen, die an der „Plaza Santa María“ ausgegraben wurden. Dort, am südöstlichen Stadtrand erhebt sich zudem das imposanteste Monument Antequeras, es stammt aus der maurischen Zeit, die im 8. Jahrhundert auch den Namenswechsel der Stadt von lateinisch „Antikaria“ zu „Medina Antaquira“ mit sich brachte: die Alcazaba. Auf den Resten einer römischen Anlage wurde sie mit Blick auf die Stadt errichtet, um die Angriffe christlicher Königreiche abzuwehren. Nach Jahrhunderten der Kämpfe fiel die Stadt im 15. Jahrhundert mit der Eroberung durch Ferdinand I von Aragón unter katholische Herrschaft.

Von der Burganlage stehen heute noch die Außenmauern der Befestigung und einige Türme, deren auffälligster Vertreter, „Torre del Homanje“ jedoch in seiner jetzigen Erscheinung wesentlich später gebaut wurde.

 

Antequera - Kinder am Plaza Cosoviejo

Antequera - Kinder am Plaza Cosoviejo

Der Burg-Hügel ist ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die freundliche Altstadt von Antequera mit den vielen kleinen Kirchen und Kapellen und steilen Gassen. Nach dem Herabsteigen etlicher Treppen gelangt man zur „Plaza Coso Viejo“, an der der „Palacio de Nájera“ mit dem Stadtmuseum liegt – ein imposanter Barock-Bau aus dem 18. Jahrhundert. Gemälde, Silberschmiedekunst und archäologische Funde wie der grazile fast mannshohe „Efebo de Antequera“ aus Bronze warten im Innern.

Einen besonders schönen Blick nach außen bietet der Aussichtsturm des Museums. Und wer genug Geschichte genossen hat, der kann draußen auf dem Platz ganz wunderbar einen „Cafecito“ trinken und dem Plätschern des Brunnens zuhören.


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