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Andalusische Weine - Sherry, Málaga und einiges mehr
Bereits vor mehr als 3.000 Jahren wurde in Andalusien Wein angebaut. Die Phönizier brachten Rebstöcke und die Kultur der Weinherstellung aus dem östlichen Mittelmeerraum in die Region bei Cadiz und bauten dort Wein an, schließlich wollten sie in ihren Kolonien auf ihr Lieblingsgetränk nicht verzichten. Sie produzierten schnell über den Eigenbedarf hinaus und fingen an, mit Wein zu handeln und ihn in großen Karaffen zu exportieren.
Auch die Griechen, Römer und Goten labten sich am Wein, nur die ab dem 8.Jahrhundert herrschenden Mauren konzentrierten sich eher auf Trauben- und weniger auf die Weinherstellung. So ganz ist die Weinherstellung nicht eingestellt worden, schließlich durften Christen und Juden auch unter moslemischer Herrschaft weiterhin vergorenen Traubensaft trinken.
Málagawein - ein Dessertwein für Kaiser und Könige
Nach der Vertreibung der Mauren wurde wieder auf Weinherstellung umgestellt und auch exportiert, allerdings erlangten die wenigsten Weine einen herausragenden Ruf. Die Ausnahmen bildeten Sherry und der Málaga, ein süßer Dessertwein, der vor 200 Jahren seinen Siegeszug durch Europa begann, ein Wein von dem selbst der Kaiser, Könige und Zaren begeistert waren.
Durch Misswirtschaft verblaste Anfang des 20. Jahrhunderts der gute Rufs des Weins nach und nach. Die großen Weinberge, die für seine Herstellung verwandt wurden sind heute leider verschwunden. Málagawein wird heute nur noch auf etwa 900 Hektar Rebfläche angebaut und ist heute ein bezahlbarer Geheimtipp.
Die Süße des Málaga wird durch eingedickten Traubensaft erreicht, der dem Wein zugesetzt wird. Die bekannteste und traditionsreichste Variante ist der Dulce Natural, ein sehr dunkler Süßwein, bei dem die Rotweinrebsorte Pedro Ximénez und in geringerem Umfang die Weißweinrebsorte Moscatel Verwendung findet. Bei der zweiten Variante des Málaga wird handelt es sich um den Moscatel Natural. Bei dem goldfarbenen Wein kommen keine Zusätze hinzu und es wird nur die Rebsorte Moscatel verwendet.
Sherry passt immer
Während der Málaga heute nur noch Weinkennern ein Begriff ist, ist Sherry in aller Munde. Der Sherry ist der bekannteste Aperitif der Welt.
Jedes Restaurant und jede Bar der Welt hat einige Flaschen vorrätig. Wer sich nicht für ein bestimmtes Getränk entscheiden kann wählt einen trockenen Sherry, zum Beispiel einen Tio Pepe oder einen Sandemannsherry, und hat sich damit für ein stilvolles Getränk entschieden, das nicht zu alkoholreich ist und immer passt.Wenige Restaurantbesucher wissen aber, dass es auch süße Sherrysorten gibt, die hervorragend zu Nachspeisen passen.
Überhaupt kennen wenige Nichtweinkenner die unterschiedlichen Sherrysorten. Als Aperitif sind vor allem die trockenen Varianten Fino, Manzanilla und Amontillado geeignet.
Wer einen Dessertwein oder eine Sherry anstelle eines Likörs oder lieblichen Cocktails trinken möchte, der sollte zu Creamsherry oder – noch süßer – zu einem Pedro Ximénez, einem fast schwarzen und sehr süßen Sherry greifen.
In den insgesamt 17 Weinanbaugebieten Andalusiens werden zumeist Rotweine angebaut. Es ist traurig, dass in vielen Restaurants der Region Weine aus dem Rioja als Empfehlungen auf den Karten auftauchen und andalusische Weine hinten angestellt werden, dabei stellen immer mehr Winzer ihre Weinproduktion auf moderne Methoden um und produzieren seit Jahren schon kräftige, aber fruchtbetonte Weine, die sehr gut zur andalusischen Küche, zum Beispiel zu Steaks, Wild- und Lammgerichten oder auch Eintöpfen passen.
Text: Hans-Joachim Franzen





Andalusische Kultur