URLAUB IN SPANIEN - URLAUB IN ANDALUSIEN: LANDURLAUB IN ANDALUSIEN

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Andalusien mal anders - Urlaub auf dem Land

Sevilla: Platz vor der Giralda

Sevilla: Der Torbogen offenbart die Kathedrale und die Giralda. Fotos: Ragah Kamel

Bei dem Stichwort "Andalusien" schweifen die Gedanken meist nach Sevilla, Malaga, Cordoba oder Granada. Dabei hat auch das Umland von Sevilla und das gesamte ländliche Andalusien Urlaubern viel zu bieten. Deshalb zieht es in den letzten Jahren immer mehr Touristen auf das Land. Hier mieten sie sich Zimmer oder kleine Wohnungen in alten Haciendas oder Cortijos, die zu modernen Hotels umgebaut worden sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: in einer idyllischen, ruhigen und ländlichen Umgebung kann der Erholungssuchende das authentische Andalusien wirklich erleben und ist meist weniger als eine Autostunde von Sevilla und dem Meer entfernt. Diesem Trend haben sich die Spanier angenommen und so besteht seit kurzem die "Asociasion Haciendas y Cortijos de Andalusica", ein Verband mehrer Haciendas und Cortijos....

Urlaub in Jerez - Weinkeller, Pferde und Flamenco

Bekannt in ganz Spanien ist die Stadt Jerez in der Provinz "Cádiz". Warum gerade Jerez, mit seinen 250.000 Einwohnern, so typisch andalusisch ist, erklärt Estela González: "Wenn wir Jerez hören, denken wir direkt an Weinkeller, Pferde und Flamenco", sagt die Fremdenführerin, die selbst aus Sevilla kommt. Nur hier wird der bekannte "Sherry-Wein" hergestellt.

Viele der alten Weinkeller sind heute moderne 5-Sterne Hotels. Und sie tragen häufig noch ihre oftmals englischen Namen. Im 19. Jahrhundert waren viele Engländer in der Region. Ob das nur am Sherry lag, ist jedoch fraglich.

Tio Pepe Figur - das Markenzeichen des Sherrys Tio Pepe

Einer der Weinkeller von Gonzáles Byass.

Fakt ist jedoch bis heute, dass "die Engländer 65% unseres Auslandsexports an Sherry abnehmen", erklärt Juan Aguilera von der Weinkellerei Gonzáles Byass in Jerez.

Die Weinkellerei, die seit 1835 besteht und noch heute als Familienunternehmen in der 5. Generation geführt wird, stellt den bekannten "Tio Pepe" Sherry her. Darüber hinaus werden aber auch Essig und Brandy produziert. Auf einer Führung durch die Weinkellerei werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Sherrysorten erklärt und auch das vermutlich älteste Fass von Jerez mit gut 300 Jahren gezeigt. Aber auch die Sherry-Probe am Ende der Führung sollte nicht vergessen werden.

In Jerez werden die Weinkeller als "Kathedralen des Weines" bezeichnet. Dies verdeutlicht, welche innige Beziehung die Einwohner von Jerez zu ihrem Sherry haben. Jene Verehrung wird vielleicht nur noch übertroffen von ihrer Liebe zu den Pferden. Die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez mit ihren bekannten Pferdesshows ist hierfür der beste Beweis. Aber auch Kutschen spielen eine wichtige Rolle in Andalusien und gelten als eine Art Statussymbol. Jede Hacienda, die etwas auf sich hält und über das nötige Kleingeld verfügt, besitzt meist ein eigenes kleines Kutschenmuseum.

Pilgerfahrt nach El Rocio - Ochsenkarren, andalusische Musik und viel Temperament

Wildpferde im Nationalpark

Wildpferde im Nationalpark.

Aber auch die Prozessionen und die andalusischen "Ferias" sind ohne Pferde und Kutschen undenkbar. Bestes Beispiel hierfür ist das kleine Dörfchen "El Rocio" in der Provinz Huelva, mit seinen gerade mal 500 Einwohnern.

 

Zu Pfingsten schwillt die Einwohnerzahl auf das 3000-fache, also auf insgesamt 1,5 Millionen Menschen an. Zusätzlich beleben dann 40.000 Pferde die gelben, sandigen Straßen von El Rocio. Befestigte, geteerte Straßen wird man hier keine finden. "Wegen den Pferden haben wir hier seit dem 13. Jahrhundert nur Sand", sagt Maribel Eduardo, Fremdenführerin für die Provinz Huelva.

 

Der gleiche Sand liegt übrigens in den Stierkampfarenen. Für die Unterbringung der Pilgermassen sorgen meist die örtlichen Bruderschaften.

 

Bullen und Ziehkarren in Villamanrique

Bullen und Ziehkarren in Villamanrique.

An der Pfingstprozession bzw. –pilgerfahrt nach El Rocio nehmen jedoch nicht nur die regionalen Bruderschaften teil. Auch Vereinigungen aus Barcelona oder der Provinz Extremadura pilgern Richtung El Rocio. Auf ihrem Weg besuchen sie zunächst das Örtchen Villamanrique. "Hier werden sie von der Bruderschaft von Villamanrique, der ältesten Vereinigung, in Empfang genommen", erklärt Estela González.

 

Erst wenn alle Bruderschaften hier angekommen sind, begibt sich die Bruderschaft von Villamanrique allen voran auf den Pilgerweg nach El Rocio. Um 6 Uhr morgens zieht dann der bunte Tross aus Männern und Frauen in traditioneller Kleidung und mit Karren, Ochsen und der typischen Trommel- und Flötenmusik der Sevillianos los. Die Bruderschaft von Villamanrique erreicht am folgenden Samstag um 12 Uhr nachmittags ihr Ziel. Am Pfingstmontag findet dann die Prozession in El Rocio statt.

Der Nationalpark von Doñana

Rancher im Donana Nationalpark

Isidro Fernandez, Rancher im Donana Nationalpark

Ein Teil des beschriebenen Pilgerweges nach El Rocio führt durch den Doñana-Nationalpark. Der insgesamt 110.000 ha große Park verbindet die Provinzen Huelva, Sevilla und Cadiz miteinander. Wobei jedoch der größte Teil in der Provinz Huelva liegt. Der Park ist wiederum in Natur- und Nationalpark aufgeteilt. Der Nationalpark steht unter strengem Schutz, so dass täglich lediglich 100 Besucher, und auch nur mit einer geführten Tour (ca. 24 €) hinein dürfen. Der 50.000 ha Naturpark liegt wie ein Gürtel um den Nationalpark, ist jedoch kostenlos und für jedermann frei zugänglich.

 

Wahrzeichen von Doñana ist der iberische Fuchs, von dem jedoch nur noch 30 bis 40 Exemplare bestehen. Wesentlich zahlreicher vertreten sind hingegen Wildpferde, Hirsche und ungefähr 400 Vogelarten. Darüber hinaus können sogar echte Flamingos beobachtet werden. Daher sollte unbedingt ein Fernglas mitgebracht oder vor Ort geliehen werden. Für eine Führung im Nationalpark selbst sollte wiederum 3,5 bis 4 Stunden eingeplant werden. In den Monaten von Mai bis Oktober ist eine Reservierung vorab sehr ratsam. Die Touren finden täglich um 8.00 und um 17.00 Uhr statt.



Ragah Kamel

Weitere Informationen:

Turespaña Düsseldorf
Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
Tel.: (0211) 680 39 80
Fax (0211) 680 39 85/6
Email: duesseldorf(at)tourspain.es
Homepage: www.spain.info

Asociacion Cortijos y Haciendas
www.hyc-andalucia.com
administracion(at)hyc-andalucia.com

Gonzales Byass S A (Tio Pepe)
www.bodegastiopepe.com

Königlich-Andalusische Reitschule
www.realescuela.org

Doñana Nationalpark
http://reddeparquesnacionales.mma.es/en/parques/donana/


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