URLAUB IN SPANIEN - URLAUB IN ANDALUSIEN: FIESTAS
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Fiestas in Andalusien – Prozessionen, Reitturnier, Weinfeste, Karneval und vieles mehr
Fiestas in Andalusien sind anders als die üblichen Volksfeste in Mitteleuropa, manche sind nach wenigen Stunden vorbei und andere dauern eine ganze Woche. Etwas besonderes sind die Prozessionen während der Semana Santa. Die Umzüge, die ihren Ursprung in den Jahren nach der Reformation hatten und den Gläubigen die Aussagen der Bibel begreiflich machen sollten, sind weder in anderen Regionen Spaniens noch in anderen Ländern Europas in dieser Form zu finden. Von Gründonnerstag bis Ostersonntag ziehen die Prozessionen durch die Innenstädte.
In den großen Städten Andalusiens gibt es eine große Anzahl von Bruderschaften. Ihre Mitglieder rekrutieren sich meist aus den Mitgliedern einer bestimmten Kirchengemeinde. Der Zweck der Bruderschaft ist die Durchführung des Prozessionszuges während der Semana Santa. Da auch in Andalusien eine Großstadt aus unzähligen Kirchengemeinden sowohl im Innenstadtbereich als auch in den Außenbezirken besteht, ist auch die Zahl der Bruderschaften entsprechend groß.
Der Stolz einer jeden Bruderschaft sind die Pasos (in Málaga Tronos genannt), reich vergoldete oder versilberte Darstellungen der verschiedenen Stationen des Kreuzweges. Die Marien-, Christus- oder Kreuzwegstatuen wiegen bis zu vier Tonnen und müssen aus dem Grund von bis zu 300 Personen getragen werden.
Früher durften nur Männer die schwere Last schultern, aber bei neuen Bruderschaften - es gibt auch Neugründungen, schließlich entstehen am Rand der Städte auch neue Stadtteile - sind auch Frauen mit dabei.
Von den jeweiligen Stadtteilen ziehen die Prozessionszüge an einem der Tage der Semana Santa in die Innenstadt, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen müssen, um sich anderen Prozessionen anschließen zu dürfen.
Die Prozessionen des betreffenden Tages ziehen dann eine nach der anderen durch die Innenstadt, am Rathaus oder am Playa Mayor vorbei und wieder zurück zur Heimatgemeinde. Dort werden die Pasos in die Kirche zurück getragen und verbleiben dort bis zum kommenden Jahr.
Die Straßen sind von unzähligen Menschen gesäumt. Viele Besucher kommen Stunden vorher an, suchen sich einen Platz auf einer Treppe oder an einem anderen günstigen Ort oder nehmen sich Klappstühle mit und platzieren sich am Straßenrand.
Wer Geld übrig hat, der mietet sich einen Stuhl oder an einer der Innenstadtstraßen und kann sich so bequem die Prozession anschauen. Entweder man nimmt sich etwas zum Essen und Trinken mit oder man legt eine Pause ein und geht in die nächste Bar oder ins nächste Restaurant.
Nicht nur die Karwoche unterbricht den alltäglichen Ablauf des Jahres. Auch in Andalusien wird Karneval, Silvester, Weihnachten und Dreikönig ausgiebig gefeiert. Auch Fronleichnam (Feria del Corpus) ist in fast allen Orten von großer Bedeutung: Es finden Umzüge und Stierkämpfe statt und die Straßen sind voller Besucher.
Hinzu kommen örtliche Festtage. In Granada und Córdoba finden Anfang Mai die Fiesta de Las Cruces statt, Fiestas bei denen um mit Blumen geschmückte Kreuze getanzt wird. In Almería ist die Feria de Almería das wichtigste Fest des Jahres. Es ist eine Fiesta zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Mar, Termin: die zweiten Augusthälfte.
In der Provinz Jaén werden am 17. Januar große Feuer zu Ehren des heiligen Heiligen Antonius angezündet und kräftig gefeiert und in Sevilla wird im April die Feria de Abril begangen, eine Fest, das aus einer Pferdemesse hervorgegangen ist und bei dem auch heute noch Pferd und Reiter eine wichtige Rolle spielen.
Neben den traditionsreichen Festen gibt es viele Musik-, Theater-, Wein- und andere Feste. Es lohnt sich im Vorfeld seines Andalusienurlaubs nach örtlichen Fiestas zu suchen oder vor Ort im nächsten Fremdenverkehrsamt nach den nächsten Events zu fragen.
Text: Hans-Joachim Franzen





Andalusische Kultur