URLAUB IN BRASILIEN - AMAZONAS

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Amazonas – Urlaub inmitten ungezähmter Natur

Mit dem Boot durch den brasilianischen Regenwald

Mit dem Boot durch den brasilianischen Regenwald. Foto: Embratur

Der Amazonas ist der wasserreichste Fluss der Erde. Der ganze Norden Brasiliens wird von ihm und seinen Flussarmen mit Süßwasser versorgt. In mäanderndem Muster zieht er sich durch den brasilianischen Regenwald. Wer das Amazonasgebiet überfliegt wird sich seiner Größe schnell bewusst. Überall ist nur dichtes Grün zu sehen, das von braunen Wasseradern durchzogen wird.

 

Er ist die Quelle des Lebens. Fast nirgendwo sonst auf der Erde findet man so viele Pflanzen- und Tierarten wie in den Regenwäldern des Amazonasbecken. Doch der Amazonas birgt auch eine zerstörerische Kraft. Nach starken Regenfällen tritt er über die Ufer und sorgt für verheerende Überschwemmungen. Auch die Zerstörung durch den Menschen hat schlimme Folgen. Abholzungen und Brandrodungen nehmen Pflanzen, Tieren und Ureinwohnern ihren Lebensraum und hinterlassen unfruchtbare Böden, auf denen nichts mehr gedeiht.

 

Mittlerweile setzt sich jedoch auch die brasilianische Regierung mehr und mehr für den Schutz des Amazonas ein. Indianerstämme wie die Yanomami bekommen mehr Rechte, Abholzungen werden eingeschränkt und einige Naturparks errichtet. Der Parque Nacional do Jaú bei Novo Airão ist sogar das größte Waldreservat Südamerikas. Das wachsende Interesse am Öko-Tourismus auf und um den riesigen Strom sorgt für die zunehmende Bedeutung des Ökosystems Amazonas, das immer mehr Menschen in ihrem Brasilien-Urlaub ansteuern.

 

Hütten am Amazonas

Hütten am Amazonas. Foto: Werner Zotz

Der Kautschukboom Ende des 19. Jahrhunderts zog Zuwanderer aus ganz Brasilien und dem Ausland an. In den Städten Belém und Manaus kann man sich beim Anblick der herrschaftlichen Gebäude aus der Zeit des Kautschukbooms ausmalen, wie bedeutsam der Amazonas einmal war. Doch mit dem Anbau von Kautschukbäumen in Asien fielen die Preise und der Kautschukboom in Brasilien kam zum Erliegen. Doch im Gegensatz zu vielen kleineren Orten, überlebten Belém, Santarém und Manaus diese Zeit und sind heute lebendige Großstädte.

 

Alle drei Städte sind zwar auch in das brasilianische Flugnetz eingebunden, doch eine mehrtägige Bootsfahrt über den Amazonas verspricht einen unvergesslichen Urlaub auf dem Amazonas. Man kann zwischen komfortablen Booten oder den typischen „Gaiolas“ (Vogelschaukeln) wählen. In den Gaiolas geht es originalgetreu auf einem offenen Dampfer über den Fluss, genächtigt wird in Hängematten. Das Abenteuer lohnt sich, denn bei so einer Fahrt bekommt man am meisten von Land und Leuten mit.

 

Wenn die Boote anlegen, empfiehlt sich ein Spaziergang über die vielfältigen Märkte. Frische Früchte und Gemüse in bunten Regenbogenfarben zeugen von der Vielfalt des Amazonas. In Garküchen und Restaurants kann man die Spezialitäten direkt probieren. Fisch steht dabei ganz oben auf der Speisekarte der Amazonas-Bewohner. Sogar der bissige Piranha landet neben Dourados, Tucunarés, Tabaquí und dem Pirarucú – der größte bekannte Süßwasserfisch – auf dem Teller.

Urlaub in Belém – quirliges Marktleben am Ver-o-Peso

Belem - moderne Großstadt

Belem - moderne Großstadt am Amazonas. Foto: W. Zotz

Belém ist heute eine pulsierende Großstadt mit rund 1,4 Millionen Einwohnern. Sie ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pará und liegt am Nordwestufer des Rio Guamá. Wer im Urlaub nach Belém kommt, wird seinen Augen nicht trauen. Inmitten der ungezähmten Natur des Regenwalds steht eine moderne Großstadt, direkt am Fuße des Amazonas.

 

Doch so modern Belém mit seinen zahlreichen Wolkenkratzern auch sein mag, im historischen Stadtkern zeugen noch vom Glanz der alten Zeiten, als die Kautschuk-Barone hier prächtige Villen, Musikpavillons und idyllische Parks bauten. Noch immer kann man im Zentrum im Schatten der Mango-Bäume spazieren, die viele Alleen säumen. Beim Stadtrundgang sollte man die Catedral da Sé, den früheren Gouverneurspalast Lauro Sodré und die Basilica de Nazaré. Vom Forte di Castelo hat, wo 1616 die Geschichte Beléms begann, hat man einen guten Blick auf den Fluss und den Hafen.

 

Am Hafen befindet sich auch der Hafen Ver-o-Peso, auf dem es einiges zu Sehen und zu Staunen gibt. Es scheint so, als gäbe es hier alles, was der Amazonas hergibt, zu kaufen. Seepferdechen, Schildkrötenpanzer, Heilkräuter und Gürteltierschwänzen werden neben frischem Fisch, Früchten und Gemüse angeboten. In dem quirligen Gewühl des Marktes sollten sich Urlauber jedoch vor Taschendieben in Acht nehmen.

Manaus – die Amazonas-Metropole

Teatro Amazonas in Manaus

Blick auf Manaus und das Teatro Amazonas. Foto: W.Zotz

Über eine Millionen Einwohner zählt Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas. 1830 verwandelte der Kautschukboom Manaus in eine Großstadt, sie war der wichtigste Umschlagplatz für das begehrte Naturprodukt. Arbeiter aus dem In- und Ausland ließen sich hier nieder, um als „Seringeiros“ (Gummizapfer) zu arbeiten. Kautschuk-Barone ließen prächtige Gebäude wie das Zollhaus Alfâdenga, den Palácio da Justiça und das Teatro Amazonas bauen.

 

Das 1896 erbaute Opernhaus ist das heutige Wahrzeichen der Stadt. Seine runde Kuppel wird von einem Mosaik in den Farben Grün, Gelb und Blau geziert – den Farben der brasilianischen Flagge. Einst sollte sogar der italienische Opernsänger Enrico Caruso im Teatro Amazonas auftreten, doch da er während einer Cholera-Epidemie eintraf, weigerte er sich von Bord seine Schiffes zu gehen und reiste unverrichteter Dinge wieder ab. Mit dem Ende des Kautschukbooms fanden ab 1907 auch keine Aufführungen mehr statt und das einst so prächtige Teatro Amazonas verfiel. Erst nach einer umfassenden Renovierung konnte es 1990 mit Plácido Domingo und Marcia Haydée erstmals wieder zwei herausragende Opernsänger auf seiner Bühne begrüßen.

 

Manaus liegt am Rio Negro, einige Kilometer von der Mündung in den Amazonas entfernt. Viele Reiseunternehmen bieten Tagesausflüge mit dem Boot zum „Encontro das Aguas“ an, der Stelle, wo der dunkle Rio Negro und der helle Rio Solimőes 20 Kilometer nebeneinander fließen, bevor sie sich vermischen. Abweichende Säuregrade, Fließgeschwindigkeiten und Temperaturen sorgen für dieses einzigartige Naturschauspiel, das man sich im Amazonas-Urlaub nicht entgehen lassen sollte.

 

Amazonasregenwald. Foto: Embratur

Amazonasregenwald

Tukan. Foto: Embratur
Tukan
Encontro das Aguas. Foto: Embratur/Divulgacao
Encontro das Aguas
Schiffe auf dem Amazonas. Foto: Embratur/Divulgacao
Schiffe auf dem Amazonas

 

Text: Daniela Hesse. Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Embratur.


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