WANDERREGION - ALTMÜHLTAL

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Altmühltal - Wandern auf alten und neuen Wegen

Der Naturpark Altmühltal erstreckt sich im Zentrum Bayerns über eine Fläche von über 2 900 Quadratkilometern. Die Wanderregion ist geprägt von den vielgestaltigen Mittelgebirgslandschaften der Südlichen Frankenalb. Typische Landschaftsmerkmale, die einem beim Wandern begegnen, sind Wacholderheide, Feuchtwiesen, malerische Felsformationen und Steinbrüche. Knapp die Hälfte der Naturparkfläche ist bewaldet. Die Altmühl fließt als Achse von West nach Ost durch den Naturpark und mündet in Töging bei Dietfurt in den Main-Donau-Kanal.

 

Für Wanderfreunde sind etwa 3 000 Kilometer Wanderwege ausgeschildert. Neben schönen Naturlandschaften lassen zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten das Wandern zum Erlebnis werden: Römerbauten und Römerfunde, Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte (Steinzeit, Hallstattzeit, Kelten), mittelalterliche Burgen und Schlösser, Kirchen und Museen.

Die neue "Paradestrecke": Altmühltal-Panoramaweg

Ostern 2005 wurde der neue Altmühltal-Panoramaweg offiziell eröffnet. Insbesondere die 200 Kilometer lange "Paradestrecke" der Wanderregion verbindet naturnahes Wandern mit schönen Kultur- und Landschaftserlebnissen. Von Gunzenhausen bis nach Kelheim folgt man dem windungsreichen Flusslauf der Altmühl hinein in die ursprüngliche Natur. Der Weg führt durch sanfte Flussauen, hinauf zu den kräuterreichen und duftenden Wacholderheiden, vorbei an bizarren Felsformationen und durch grüne Buchenwälder. Naturdenkmäler wie die "Steinerne Rinne" in Wolfsbronn, die junge Kurstadt Treuchtlingen oder die mächtige Burg Pappenheim säumen den ersten Abschnitt des Weges. Von dort geht es vorbei an den Steinbrüchen auf den Hochflächen, zum markanten Geotop des Burgsteinfelsens in Dollnstein und zur barocken Pracht in Eichstätt und Beilngries, bevor der Weg am weltberühmten Kloster Weltenburg mit dem Donaudurchbruch sein Ende findet. Idealerweise lässt sich die Tour auf dem naturnahen Weg in zehn Tagesetappen zu je circa 20 Kilometer einteilen.

 

Abwechslung wird auf dem Altmühltal-Panoramaweg großgeschrieben. Wer gerne "neue Wege" geht, kann sich auf den 20 Schlaufen entlang des Weges zu einem Abstecher zu Natur- und Kulturschätzen abseits des Hauptweges aufmachen. Diese Schlaufenwege, die meist als Rundkurse wieder zurück zur Hauptroute führen, sind ideal für Tageswanderungen.

 

Der Altmühltal-Panoramaweg ist übrigens Teil der "Qualitätsoffensive Wandern" im Naturpark Altmühltal. Seit Sommer 2004 wurde das Wegenetz in der Region erneuert und optimiert: Das Ergebnis sind bestens markierte und nach strengen Kriterien qualifizierte Wanderwege.

Weitere "Vorzeigestrecken" und Themenwanderrungen

Durch den Naturpark Altmühltal verläuft seit Herbst 2004 auch ein Stück der neuen Vorzeigestrecke im fränkischen Wandernetz: der "Frankenweg - vom Rennstein bis zur Schwäbischen Alb". Der Fernwanderweg, als einziger bayerischer Wanderweg mit dem "Gütesiegel Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet, besticht auf seinen rund 520 Kilometern mit herrlichen Landschafts- und Kulturerlebnissen. Im Naturpark Altmühltal verläuft das 150 Kilometer lange Schlussstück vom mittelalterlichen Berching bis ins romantische Harburg. Dazwischen entdeckt man entlang der vorbildlichen Wegeführung durch die abwechslungsreiche Landschaft keltische Vergangenheit in Thalmässing, die mächtige Burganlage der Wülzburg in Weißenburg, die Fuchsienstadt Wemding, trutzige Burgen und die fränkische Gastlichkeit.

 

Seit dem Sommer 2004 verbindet der ostbayerische Jakobsweg die alte Pilgertradition der Bischofsstadt Eichstätt wieder mit dem Wegenetz in Richtung Santiago de Compostella. Der Weg, der nach alten Pilgerkarten rekonstruiert wurde, nimmt seinen Anfang an der tschechischen Grenze und verläuft über Regensburg nach Kelheim. Von dort führt er die Wanderer, geleitet vom internationalen Symbol der Jakobsmuschel, im Naturpark Altmühltal über Altmannstein - dem Geburtsort des Bildhauers Ignaz Günther - und der Wallfahrtskirche Bettbrunn nach Eichstätt, das schon im Mittelalter eine bedeutende Station für die Jakobspilger darstellte. Vorbei an der Wallfahrtskirche Bergen erreicht man Donauwörth, von wo aus der Pilgerweg weiter in Richtung Augsburg verläuft. Ab dem Frühjahr 2005 zweigt in Eichstätt zudem der Wallfahrerweg vom ostbayerischen Jakobsweg ab. Über Wellheim und Monheim wandert man nach Wemding mit seiner berühmten Wallfahrtskirche Maria Brünnlein. In Oettingen trifft man schließlich wieder auf eine Variante des Jakobswegs in Richtung Bodensee.

 

Zu den Spuren uralter Meere führt der Erlebnispfad Juralandschaft rund um Ihrlerstein. In knapp eineinhalb Stunden wandert man hier zu den typischen Karsterscheinungen der Gegend. Darüber hinaus vermittelt der Weg mit seinen dreizehn informativen Stationen einen Eindruck davon, wie sich der Mensch an die wasserarmen, steinreichen Hochflächen anpasste. Untweges begegnet einem ehemaliger Meeresboden, Steinbrüche, Dolinen, Sumpflandschaft und Grabhügel. Ganz in der Nähe umrundet man in knapp zwei Stunden Gehzeit das malerisch zwischen Fels und Fluss eingebettete Essing. An den elf Stationen dieses Erlebnispfades entdeckt man unter anderem das faszinierenden Quellwasser eines Blautopfs, die längste Holzbrücke Europas und die ingenieurtechnische Meisterleistung des Main-Donau-Kanals. Beide Themenwege lassen sich auch hervorragend zu einer Wanderung von 15 Kilometer Länge verbinden. Dann kommen als Highlights entlang des Weges noch die Burg Randeck und die Tropfsteinhöhle Schulerloch dazu.

Der Limes im Naturpark Altmühltal

Durch den heutigen Naturpark zog sich einst auch der Limes, der steinerne Grenzwall der Römer. Davon zeugen bis heute die zahlreichen Reste und teilweise rekonstruierten Wachtürme und Kastelle - zum Beispiel das Kastell Biriciana in Weißenburg mit seinem rekonstruierten Nordtor oder das Kastell Vetoniana auf dem Pfünzer Kirchberg. Auf den alten Fundamenten wurden Teile des Kastells rekonstruiert - und so bringen heute das Nordtor, Mauerzüge und ein Eckturm mit einer kompletten Wachstube die Besucher zurück in den römischen Alltag.

 

Wanderer sollten auf jeden Fall den Limes-Lehrpfad in Erkertshofen mit seinen zahlreichen Informationstafen besuchen. Hier gibt es u. a. die einzige Rekonstruktion eines steinernen Limesturmes in Bayern zu sehen.

 

Ein Beispiel für die römische Besiedlung des Limes-Hinterlandes ist der originalgetreu rekonstruierte Gutshof in Möckenlohe. Diese "Villa rustica" beherbergt zahlreiche bäuerliche Gegenstände und Werkzeuge aus der Römerzeit und zeigt mit ihrer Ausstattung den Luxus, mit denen die Römer im Altmühltal zu leben pflegten. Äußerst lebendig ist der römische Haustierpark auf dem Hof, in dem noch dieselben unveränderten Nutztierarten wie vor 2000 Jahren beheimatet sind.

 

Wer noch mehr über die Römerzeit erfahren möchte, findet Naturpark Altmühltal einige Spezialmuseen, so zum Beispiel im Ur- und Frühgeschichtlichen Museum auf der Willibaldsburg in Eichstätt, im Archäologischen Museum in Kelheim und im Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg.

Links zum Wandern im Altmühltal


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