URLAUB IN PORTUGAL - ALENTEJO
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Alentejo – Urlaub jenseits des Tejo
Südlich des Flusses Tejo und nördlich der Algarve liegt der Alentejo. Hügelige Landschaften, knorrige Korkeichen und Olivenhaine charakterisieren diese Region. Flüsse und Seen überziehen den Alentejo wie ein Netz und sorgen dafür, das Hafer- und Weizenfelder ausreichend mit Wasser versorgt werden. Der Alentejo ist wegen seiner landwirtschaftlichen Bedeutung auch als „Land des Brotes“ bekannt. Er nimmt fast ein Drittel der Fläche von Portugal ein, ist aber zugleich am dünnsten besiedelt.
Die weiträumige, meist flache Landschaft lädt zu langen Spaziergängen und Wanderungen ein. Nach Nordosten wird es jedoch hügeliger und bergiger. Zwischen Feldern und Wiesen leuchten die Dörfer mit ihren weiß gekalkten Fassaden im Sonnenlicht. Die Architektur der Wohnhäuser ist kühl und schlicht, nur die traditionell farbigen Umrandungen von Fenstern und Türen setzen bunte Akzente. Die Gotteshäuser sind aufwändiger gestaltet und oft prunkvoll ausgestattet.
Die Sommer im Alentejo sind tagsüber glühend heiß, während es nachts auf angenehmere Temperaturen abkühlt. Im Winter wird es meist sehr kalt. Das harte Leben im Alentejo steht den Bewohnern sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben. Junge Menschen wandern oft in die großen Städte ab, so dass nur die Alten zurückbleiben, denen die Sonne tiefe Furchen ins Gesicht gegraben hat.
Im Alentejo gibt es zwar nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten, doch bei einem entspannenden Ferienhaus-Urlaub wird man die Stille und Ursprünglichkeit dieser Region schnell zu schätzen lernen. Spätestens bei Tagesausflügen in die Städte oder an die Küste, Wanderungen oder Radtouren und dem Besuch von traditionellen Volksfesten kann sich dann niemand mehr dem einzigartigen Charme des Alentejo entziehen.
Évora - die größte Stadt des Alentejo
Wie so oft bei Städten und Regionen unterteilen die Portugiesen auch den Alentejo in den nördlichen Alto und die südliche Baixa. Die größte Stadt im Norden ist Évora, die bis ins 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Städten Portugals gehörte. Hier ließen sich ab dem 12. Jahrhundert die Könige wählen. Im 15. und 16. Jahrhundert wird Évora das Zentrum des portugiesischen Humanismus und auch die 1559 gegründete Universität von Évora trug zur bedeutenden Stellung der Stadt bei.
Heute ist die Stadt vor allem wegen ihres historischen Stadtkerns, der von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, einen Besuch wert. Wer seinen Urlaub im Alentejo verbringt, kann die Stadt bei einem Tagesausflug bequem zu Fuß erkunden. Es empfiehlt sich das Auto vor den Stadtmauern aus der Römerzeit stehen zu lassen. Den Rundgang kann man zum Beispiel am Praça do Giraldo beginnen, der von Häusern mit maurischen Arkadengängen und einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert umgeben ist. In der Mitte des malerischen Platzes thront ein Brunnen.
Die meisten Besucher zieht es zum Dianatempel, der aus dem 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus stammt. Im Mittelalter wurde er zu einer Festung umfunktioniert, später nutzte man ihn bis 1870 sogar als Schlachthaus. Von der ursprünglichen Tempelanlage sind nicht alle Teile erhalten geblieben, die sechs hinteren und seitlichen Granitsäulen stehen aber noch. An der Rückseite befindet sich ein schöner Garten, von dem man eine tolle Aussicht auf die Unterstadt genießt.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Sé Catedral de Santa Maria und die schaurig schöne Igreja de São Francisco. Zur Franziskuskirche gehört die Capela dos Ossos, wörtlich Knochenkapelle. Und der Name könnte nicht treffender sein, denn die Wände der Kapelle bestehen aus Knochen und Schädeln von etwa 5.000 Menschen. Am Eingang zur Capela dos Ossos grüßen die Gebeine die Besucher mit folgendem gruseligen Spruch: „Wir, die hier versammelten Gebeine, warten auf die euren.“
Im Hochsommer wird es im Alentejo sehr heiß, da bildet Évora keine Ausnahme. Daher empfiehlt es sich, den städtischen Freibädern einen Besuch abzustatten und sich dort zu erfrischen. Große Liegewiesen und Rasenflächen bieten Platz zum Sonnenbaden, Toben und Spielen.
Beja – heiße Hauptstadt des südlichen Alentejo
Wichtigste und größte Stadt im Süden des Alentejo ist Beja. Im Hochsommer gilt sie auch als die heißeste Stadt ganz Portugals. Von der Hauptstadt Lissabon fährt man mit dem Auto etwa drei Stunden nach Beja, von Évora etwa eine Stunde. Die Stadt liegt auf einer Anhöhe inmitten von Weizenfeldern. Ihr Wahrzeichen ist die Burg aus dem 13. Jahrhundert, die man schon von weitem gut erkennen kann. In Beja lohnt sich ein Bummel durch die engen Altstadtgassen und ein Besuch des Convento da Conceiçao, dessen Kapitelhaus mit hübschen Azulejos aus dem 16. Jahrhundert verziert ist.
Badeurlaub an der Küste des Alentejo
Die Küstenregion des Alentejo ist noch heute ein Geheimtipp. Verglichen mit anderen Feriengebieten Portugals findet man hier noch idyllische kleine Orte inmitten einer einmaligen Landschaft. Die gesamte Küstenregion von Sines bis Sagres wurde 1988 unter Naturschutz gestellt und verhinderte so einen Massentourismus.
Die Küche des Alentejo – deftige Speisen und kräftige Weine
Der Alentejo ist für seine deftigen Speisen berühmt. Spezialitäten wie die sättigende Sopa Alentejana und die reichhaltige Fischsuppe Sopa de Caçao sollte man sich nicht entgehen lassen. Das bekannteste Gericht ist Porco à Alentejana, Schweinefleisch mit Muscheln und Zwiebeln, das mit Wein und Koriander gewürzt wird. Leckeren Käse gibt es in Serpa und Évora. Weitere kulinarische Highlights der Region sind Olivenöl und die Süßigkeiten aus Elvas.
Seite Ende der 80er Jahre machten auch die Weine des Alentejo von sich Reden. Im mediterranen Klima der Region gedeihen kräftige Weine, die gut zu den deftigen Gerichten des Alentejo passen. Wein wird in den acht Regionen Portalegre, Borba, Redondo, Reguengos, Vidiguera, Évora, Moura und Granja-Amareleja angebaut.
Fotos mit freundlicher Unterstützung von www.visitportugal.com





