REISEBERICHT: MIT DEM AL ANDALUS EXPRESO DURCH ANDALUSIEN

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6. Tag: Sevilla / Jerez / Sevilla

Sevilla, spanischer Platz

Sevilla, spanischer Platz. Fotos: Ragah Kamle

Den vorletzten Tag unserer Reise fahren wir – leider per Bus – von Sevilla nach Jerez. Die paar Kilometer von Marchena (bei Carmona), wo wir die Nacht im Zug verbracht haben, legt der „Al Andalus Expreso“ während des Frühstücks zurück. Es ist Anfang November, das Wetter mit über 30°C und strahlendem Sonnenschein einfach hervorragend. Mittags besuchen wir eine Vorführung der Königlich-Andalusischen Schule der Reitkunst. Gegründet hat die Reitschule ein Mitglied der Familie Domecq im Jahr 1973. Die Real Escuela Andaluza de Arte Ecuestre kann inzwischen durchaus mit den Reitschulen in Wien und Saumur in Frankreich mithalten. Die Pferde gelten als Ahnen der Lipizzaner der Wiener Reitschule und zählen zu den besten Reitpferden der Welt. Geboten werden in der Reithalle im Rahmen eines anderthalbstündigen Programms eine Dressurvorstellung und ein Pferdeballett. Auch die Ställe können besichtigt werden. Die Vorführungen finden nur Dienstags um 12:00 Uhr und Donnerstags um 10:00 und 12:00 Uhr statt. Eine Reservierung ist empfehlenswert. Preise pro Person: 3000 Pesetas (18 Euro), Adresse: Avenida Duque de Abrantes, s/n. Tel.: 956 31 80 08

Blick auf Sevilla

Blick auf Sevilla

Wenige Schritte von der Reitschule entfernt befindet sich das Museo Taurino, wo wir auch zu Mittag essen. Das Museum ist wohl eher ein Restaurant und zum Essen allemal einen Besuch wert. Ansonsten gibt es allerlei zum Thema Stierkampf zu sehen. Die „Al Andalus“-Reisegruppe ist inzwischen recht gut drauf, spontan wird erst mal zwischen den Tischen des Restaurants getanzt und mit einigen imaginären Stieren gefochten. Nachdem die Spanier in den vergangenen Tagen ihre Party-Qualitäten bereits unter Beweis stellen konnten (Gesänge im Bus blieben auch nicht aus), werden jetzt auch die übrigen Europäer und Amerikaner lockerer.

 

Nach dem Essen geht es weiter zu einer der beiden bedeutendsten Bodegas von Jerez, zur Bodega Domecq in der Calle San Ildefonso. Hier wird der Sherry in alten Weinfässern nach dem Solera-System in riesigen überirdischen Gewölben gelagert. Beim Solera-System werden die Fässer in mehreren Reihen übereinander gestapelt. Die unterste Reihe enthält den ältesten Sherry, die oberste den jüngsten. Der jüngere wird mit dem jeweils älteren zu einem Drittel vermischt, so dass die Qualität des Sherrys gleich bleibt.

 

Die Sherry-Traube gedeiht nur um Jerez herum im fruchtbaren Boden um den Fluss Guadalquivir. Die Erde ist hier kalkdurchsetzt und liefert die nötigen Voraussetzungen. An einem anderen Ort gepflanzt, erzielt die Rebe nur Wein – aber nicht den Sherry, der die 200 000–Einwohner-Stadt Jerez so weltberühmt gemacht hat. Warum der Sherry Sherry heißt? Da die Engländer den Namen „Jerez“ nicht richtig aussprechen konnten, heißt der edle Trunk nun „Sherry“. Viel zu sehen gibt es in der Bodega, die wir besichtigen, jedoch nicht. Man wird an nicht enden wollenden Reihen von dunklen Fässern vorbeigeführt, auf denen sich mehr oder weniger prominente Besucher verewigen durften. Dann gibt es noch ein Sherry-Glas in einer Vitrine, aus dem einst ein König trank. Na ja, das erschüttert uns auch nicht wirklich. Schließlich probieren wir noch ein paar Sherrys und Weinbrände und machen uns auf den Rückweg nach Sevilla.

 

Der Tag klingt mit einem festlichen Galaabend an Bord aus. Während die übrige Reisegruppe den nächsten Tag zur Besichtigung Sevillas nutzt, fliegen wir am kommenden Morgen zurück ins kalte Deutschland.

 

Wir nehmen viele schöne Momente mit. Viel Sonne, faszinierende arabische und europäische Architektur, ein freundlicher Service an Bord, sehr gute Speisen, prima Stimmung – die Zeit verging wie im Fluge.

 

 

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Tag 1: Sevilla - Tag 2: Cordoba - Tag 3: Granada - Tag 4: Antequera - Tag 5: Carmona - Tag 6: Jerez


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