REISEBERICHT: AKTIVURLAUB IN ANDALUSIEN
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Andalusien - Stationen einer Reise im November. Etappe I
Andalusien verkörpert sehr viel von dem, was wir uns unter typisch spanisch vorstellen: Flamenco, Prozessionen, unzählige römische, maurisch und andere Sehenswürdigkeiten und natürlich weite Strände und lebhafte Badeorte.
Als Reiseziel für Spätherbst und Winter ist die südspanische Region, im Sommer eine der beliebtesten Urlaubsgebiete Europas, allerdings weniger bekannt. - Warum eigentlich? Eher unverständlich, da doch theoretisch vieles dafür spricht: das Klima – ohne die Hitze des Sommers, aber mit nur wenigen Regentagen - ist angenehm, und die Städte, Dörfer, Straßen, Hotels und Restaurants sind ohne Touristenscharen; also ideal um Land und Leute kennen zu lernen und sich sportlich zu betätigen.
Warum also nicht einmal Theorie und Praxis überprüfen und Andalusien im Spätherbst bereisen?
Die andalusische Provinz Granada, bekannt für ihre vielen Sportmöglichkeiten, war unser Reiseziel, und so landeten unsere kleine Reisegruppe Mitte November, nach einem angenehmen Flug mit der Iberia, abends auf dem Flughafen von Granada.
Die Zeit des ersten Tages reichte nur fürs Einchecken im Hotel und zu einem ausgiebigen Abendessen im Restaurant, aber am nächste Tag ging es richtig los, über Armilla, wo wir die Messe SportNatura besuchten, weiter Richtung Guadix. Wir besichtigten die uralte Stadt, eine der ältesten Spaniens, aßen zu mittag und fuhren weiter.
Einen Kilometer hinter der Ortschaft Alcudia de Guadix, Richtung La Calahorra waren wir am Ziel des Aktivsportzentrum „Cuevas del Tío Tobas“.
Wir verweilten aber nur kurz, mit dem Geländewagen ging es gleich ein kurzes Stück bergauf zu einer zur Ferienanlage gehörenden Farm. Hier wollten wir eine Tour mit Quads, den inzwischen so beliebten vierrädigen Geländemotorrädern, machen. Außerdem hoffte ich einige Fotos von Reitern und Pferden zu „schießen“. - Naja, die Fotos waren schnell gemacht, allerdings war das Wetter dafür eher schlecht, es war stark bewölkt und hatte inzwischen angefangen zu nieseln.
Das erste Mal auf einem Pferd
Quads standen vollgetankt bereit, aber wir wurden gefragt, ob wir nicht lieber Reiten möchten.Drei von uns, absolute Anfänger, wollten es probieren, einer stieg allerdings nach fünf Minuten wieder ab. Ich für meine Wenigkeit hatte ebenfalls noch nie auf einem Pferd gesessen, egal hieß es, ich sollte nur drei Regeln beherzigen, die da wären: Grade sitzen! Kopf hoch! Zügel richtig (mit zwei Fingern von aussen und die anderen zwischen die Zügel) halten! Außerdem sollte ich zum „Bremsen“ des Pferdes die Hüfte nach vorne schieben und zum „Beschleunigen“ mit den Beinen etwas Druck ausüben.
So ging es zehn Minuten recht gemütlich im Kreis herum, ich war froh oben zu sitzen und bemühte mich das Pferd nicht weiter zu belästigen, was mir auch gut gelang.
Nach einer Weile merkte ich, dass sich das Pferd sich doch ein wenig überreden ließ in die gewünschte Richtung zu gehen und auch das mit dem, allerdings sehr moderaten, „Antreiben“ klappte hin- und wieder. Irgendjemand hatte zwischendurch das Gatter geöffnet und unser Troß stzte sich in Bewegung. Hilfe, es ging gleich kräftig bergab.
Da es der Gaul nicht eilig hatte und ich auch nicht, ging es allerdings (Gott-sei-Dank) gemächlich vorwärts. Zwischendurch wurde etwas Gras gefressen, aber durch etwas Schenkeldruck war das stolze Roß doch zum Weitergehen zu bewegen. Sophie, ein junge Belgierin, hatte weniger Glück, ihr Pony wollte überhaupt nicht so richtig und musste von unserem Guide ins Gebet genommen werden. Ein Zweig, am Wegesrand gepflückt, diente ihr fortan als Gerte.
Nach 60-70 Metern ging es dann aber kräftig bergauf, egal ich musste ja nicht selber laufen und ich freute mich über jede Minute, die ich oben sitzen blieb. Leider kam zwischenzeitlich ein Bauer auf einem Traktor vorbei, mein liebes braunes Pferdchen, dem ich aus Nervosität inzwischen mein Leben erzählt hatte, scheute etwas und wich zum Hang hin aus.
Leider kam es nicht mehr so einfach zurück, aber unser Guide setzte ab, nahm die Zügel und gab mir die Anweisung mich weit zurückzulehen und noch weiter und noch weiter; als ich fast auf dem Pferderücken lag, führte er den Gaul wieder auf den richtigen Weg. Nach einem noch steileren Stück waren wir endlich auf einer kleinen Hochebene mit Olivenhainen und abgeernteten Feldern.
Die Aussicht war grandios, die Luft klar, der Nieselregen hatte längst aufgehört, alles hätte wunderbar sein können, aber leider marschierten die Pferde genau am Abgrund entlang. Ich hoffte, dass mein Pferd kein Suizidgedanken hatte, aber nichts passierte.
Zwischendurch trabten die Pferde los, vielleicht fand das liebe Pferdchen das ja nett, ich anfangs weniger, allerdings gewöhnte ich mich daran und so lernten wir auch das Innere der Hochebene kennen.
Zwischendurch bekam ich den einen oder anderen Zweig ins Gesicht, so dass ich wie von selbst die Zügel gebrauchte um meinen lieben Gaul etwas von den Bäumen wegzuhalten. - Nach einer Weile ging es dann zurück, alles klappte tadellos, kein Traktor kam und kurz vor dem Stall galoppierten alle Pferde wie verrückt los, aber selbst das überlebten sämtlichen Teilnehmer dieses unverhofften Reitausfluges. Stolz und glücklich standen wir schließlich wieder auf eigenen Beinen und waren froh den Mut aufgebracht zu haben und die Pferde und nicht die Quads gewählt zu haben.
Danach bezogen wir glücklich unsere Höhlenwohnungen.







