URLAUB IN MAROKKO - AGADIR

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Agadir - Urlaub in einer wiederauferstandenen Stadt

Reiherschar in Agadir

Reiherschar in Agadir. Fotos: Marrokanisches Fremdenverkehrsamt

In nur wenigen Jahrzehnten hat sich Agadir von der verträumten Küstenstadt zu einer beliebten Urlaubsmetropole gemausert. Heute verbringen fast 300.000 internationale Gäste ihren Urlaub in der Stadt Agadir, die eingebettet zwischen dem Hohen Atlas und dem Atlantik etwa 500 Kilometer südlich von Casablanca liegt. Reisende schätzen den Badeort wegen seines breiten, kilometerlangen Sandstrandes, der gastfreundlichen Bewohner und den gepflegten Hotelanlagen.

 

Wer in Agadir Urlaub macht, braucht Langeweile nicht zu fürchten. An den durchschnittlich 330 Sonnentagen im Jahr lädt Agadirs Strand zum Sonnenbaden und Plantschen. Für Aktivurlauber stehen vielfältige Wassersportmöglichkeiten wie Segeln, Wasserski fahren, Tauchen, Boot fahren und Hochseefischen auf dem Programm. An Land kann man sich beim Golf oder Tennis austoben oder einen Ausritt auf echten Berberpferden wagen. Danach empfiehlt sich ein Spaziergang über die Uferpromenade, wo man sich in zahlreichen Restaurants mit Fischgerichten und traditioneller marokkanischer Küche stärken kann.

 

Bei einem Stadtrundgang durch Agadir darf ein Besuch des Fischereihafens nicht fehlen. Dieser lohnt sich besonders in den Morgenstunden, wenn die Fischer mit ihrem Fang zurückgekehrt sind und an den Hafenkais die Fischereiauktionen beginnen. Wer keinen Fisch, sondern lieber traditionelles Kunsthandwerk, Kleidung, Schmuck oder Souvenirs kaufen möchte, dem empfiehlt sich ein Abstecher in die Medina. Anders als andere marokkanische Altstädte wurde die Medina von Agadir erst 1992 von italienischen Künstlern geschaffen. Das macht sie allerdings nicht weniger reizvoll. Die Medina liegt im Stadtteil Aghroud Ben Sergao und ist gut über den Boulevard Mohamed V. zu erreichen. Ebenso interessant für Schnäppchenjäger sind die Wochenmärkte Samstag- und Sonntagvormittag auf dem Souk-Gelände.

 

Agadirs berühmteste Sehenswürdigkeit ist nicht zu übersehen, liegt sie doch auf einem 350 Meter hohen Hügel. Dort thronen die Ruinen der Kasbah aus dem 16. Jahrhundert inmitten des Gedächtnisparks Ancien Talborjit. Der Aufstieg lohnt sich schon allein wegen der Aussicht auf Strand, Hafen und Stadt.

Geschichtliches zu Agadir

Paragliding in Agadir

Paragliding in Agadir

Zu den interessantesten Seiten Agadirs gehört zweifellos seine historische Entwicklung.

 

Im Jahre 1505 erhielt die damals kleine Ortschaft im Südwesten Marokkos die Stadtrechte und trat sozusagen in die Geschichte ein. Die Portugiesen errichteten hier einen Handelsposten, der vom Fort Santa Cruz de Cap de Gue aus verteidigt wurde. Es sollte eine kurze, doch rentable Präsenz werden. Im Jahre 1549 wurden die Portugiesen von Mohamed Echeikh el Mehd, dem Gründer der Saadian Dynastie, wieder vertrieben. Es folgte die goldene Zeit Agadirs. Täglich wurden große Ladungen von Zuckerohr, Datteln, Wachs, Fellen, Gewürzen, Öl und Gold verschifft.

 

Tragischerweise wurde das alte Agadir 1960 durch ein Erdbeben und eine anschließende Springflut dem Erdboden gleichgemacht. "Es war Agadirs Schicksal, zerstört zu werden. Sein Wiederaufbau hängt von unserem Glauben und unserer Entschlossenheit ab." - mit diesen Worten machte Mohammed der V., König von Marokko, damals den Bewohnern der Stadt Mut.

 

Das Ergebnis des alsbald in Angriff genommenen Wiederaufbaus konnte sich sehen lassen: Das "neue Agadir" wurde eine bedeutende Hafenstadt und internationale Tourismusmetropole. 1996 reisten über den Flughafen von Agadir 284 000 Touristen ein, der Großteil aus Deutschland, erst an zweiter Stelle folgten die Franzosen, die ehemaligen "Kolonialherren".

Die Nachbarstadt Taroudant

Stadtmauer von Taroudant

Stadtmauer von Taroudant

Viele lokale Veranstalter bieten von Agadir aus interessante Ausflüge ins Hinterland an, in dem sich die marokkanische Ursprünglichkeit noch bewahrt hat. Wer seinen Urlaub in Agadir verbringt, für den bieten sich Tagesausflüge nach Essaouira, Tafraoute, Marrakesch, Tiznit und in die Gebirge des Atlas und Antiatlas an. Für Surfer findet sich nur 20 Kilometer nördlich ein ideales Revier im Küstenort Taghazout.

 

Und wer die lange Reise nach Marrakesch scheut, der sollte die Nachbarstadt Taroudant besuchen. Immerhin wird Taroudant als "kleine Schwester Marrakeschs" bezeichnet - und dies nicht ohne Grund: Vor der Kulisse des Atlasgebirges gelegen und mit roten Lehmbauten durchsetzt erscheint Taroudant tatsächlich wie ein verkleinertes Abbild der "Königin des Südens". Sehenswert sind die zahllosen wohlriechenden Gärten Taroudants, seine bunten Souks, seine engen, gewundenen Gassen und seine beeindruckende, acht Kilometer lange Stadtmauer.


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