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Zeig' mir, wo die Blumen sind. Wandern mit Kindern in Tirol

Ausblicke genießen. Fotos: Peter Freiberger

In seinem gerade erschienenen Buch "Die schönsten Familienwanderungen in Tirol. 52 Tipps fürs ganze Jahr" stellt Peter Freiberger die attraktivsten Hüttentouren, Rundwanderungen, Rodelziele, Winter- spaziergänge und leichte Gipfeltouren vor. Alle eignen sich für Kinder jeden Alters und bieten Attraktionen speziell für die jungen "Bergfexe". Wir veröffentlichen hier als Kostprobe seinen Wandertipp für die 31. Kalenderwoche des Jahres. Es ist die Tour vom Hahntenjoch zur Anhalter Hütte (2038 m) in den Lechtaler Alpen.

Blumenmeer am Hahntennjoch

Eine Wanderung durch alle Jahreszeiten - so lässt sich die Tour vom Hahntennjoch zur Anhalter Hütte am treffendsten beschreiben. Entlang der Route gedeihen prächtige Alpenblumen unterschiedlichster Gattungen, die die verschiedenen Jahreszeiten dokumentieren. Und quasi als Draufgabe befindet sich unmittelbar neben der Hütte der grüne Blumenberg Tschachaun.

 

So erreicht man den Ausgangspunkt

Wir fahren von Imst über die spektakuläre Paßstraße zum Hahntennjoch, dem Übergang von Imst nach Elmen im Lechtal. Direkt am Sattel steht ein großer Parkplatz zur Verfügung. Der ist auch notwendig, denn allein das Hahntennjoch stellt ein äußerst beliebtes Ausflugsziel dar. Hütte sieht man weit und breit keine. Blickt man nach Norden, so scheint hier überdies nirgendwo ein geeigneter Platz für ein AV-Schutzhaus zu sein. Tatsächlich liegt die Anhalter Hütte jenseits des Felsrückens.

 

Der Ausgangspunkt nördlich der Straße ist bestens beschildert, gemütlich zieht der Steig zunächst dem Hang entlang nach oben. In Folge wird's dann ein wenig steiler, das Kreuz des Steinjöchls stellt sozusagen das erste Ziel während der Wanderung dar. Irgendwie handelt es sich bei diesem 2198 Meter hohen Übergang um eine Art Gipfel – ein Argument, das die "Gehfreude" junger Bergfexe zu erhöhen vermag. Hier eröffnet sich außerdem ein wunderbarer Blick hinunter in die sanfte Almlandschaft, wo die Anhalter Hütte eingebettet liegt. Außerdem sticht im Hintergrund gleich die markante Namloser Wetterspitze ins Auge.

 

Jetzt folgt der für Kinder vielleicht interessanteste Teil der Tour: Der Steig führt nun durch die Felsen hinab. An der einen oder anderen Stelle wurden Seilversicherungen angebracht, eine Bank in einer kleinen in den Fels geschlagenen Höhle lädt zum Rasten ein. Doch keine Sorge: Der Abschnitt ist völlig ungefährlich – lediglich im Frühsommer könnten sich hier noch Schneereste befinden – da gilt es natürlich entsprechend achtsam zu sein.

 

 

Dies ist nicht die Anhalterhütte.

Der Umstand, dass sich die Anhalter Hütte nach wie vor nicht  zeigt, könnte die Ausflugsfreude der Kleinen - egal ob sie selbst gehen oder in der Trage sitzen - etwas untergraben. Möglicherweise verbessert sich die Stimmung, indem man ihnen von den Almpferden erzählt, die nur einen Katzensprung entfernt weiden. Tatsächlich lassen sich Weidetiere und unser Ziel nun recht bald blicken. Das Schutzhaus liegt auf einer kleinen Anhöhe - die paar Meter dort hinauf bedeuten kein Problem mehr.

 

 

Hier herrscht gerade an schönen Wochenenden ordentlich Betrieb. Eltern mit ihren Sprösslingen bilden dabei oft den Löwenanteil der Gäste. An potentiellen Spielgefährten für die Kleinen mangelt es daher nicht. Die Kinder sollten sich jedenfalls ordentlich stärken, denn immerhin folgt am Rückweg der Aufstieg zum Steinjöchl. Von dort böte sich übrigens ein kurzer Abstecher zum 2388 Meter hohen Falschkogel an, der sich westlich des Steinjöchls erhebt. Nicht einmal 200 Höhenmeter und ungefähr 30 Minuten Gehzeit fehlen zu dem markanten Gipfel. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein Mindestalter der Kids von acht Jahren sind allerdings absolute Voraussetzungen für dieses "Zusatzprogramm".

 

Wobei: Es haben schon Väter mit Kleinkindern in der Trage diesen Gipfel erklommen. Ein unverantwortliches, weil gefährliches Unterfangen, von dem maximal der Vaterstolz profitiert jedoch keinesfalls der wehrlose Passagier am Rücken. So sollten Familienwanderungen definitiv nicht ausschauen!

Fakten: Wandertour Anhalter Hütte (2038 m)

Alter: vom Baby aufwärts
Voraussetzung, Ausrüstung: keine; Wanderausrüstung
Mountainbuggy: nein
Wegbeschaffenheit: guter Steig
Gehzeit:
Aufstieg: 1 Std. und 30 Minuten
Abstieg: 1 Stunde und 15 Minuten
Höhenunterschied, Entfernungskilometer: rund 350 Höhenmeter im Aufstieg; rund 200 Höhenmeter für den Rückweg
Ausgangspunkt, Parkplatz: Hahntennjoch (1894 m) – Übergang zwischen Imst und dem Lechtal; großer Parkplatz
Einkehrmöglichkeit: Anhalter Hütte
Attraktion: Blumenparadies, verschiedene Weidetiere

Weitere Informationen

Tourismusverband Imst-Umgebung
Tel.: 05412/6910/0
Fax: 6910/8
E-Mail: info(at)imst.at
Internet: www.imst.at

 

Anhalter Hütte (DAV Oberer Neckar)
Tel. Hütte: 0664/4618993
Tel. Tal.: 05414/87771
E-Mail: carmenkathrein(at)hotmail.com
Karte: AV-Karte 3/4, Lechtaler Alpen, Heiterwand-Muttekopf, 1:25.000 Internet: www.anhalterhuette.notrix.de


Buchtipp

Die schönsten Familienwanderungen in Tirol
52 Tipps fürs ganze Jahr

Peter Freiberger.
Edition Löwenzahn, Innsbruck, 2003
224 S., 110 Farbfotos, 52 Tourenkarten. u. 1 Übersichtskarte
ISBN: 3-7066-2333-1
Preis: EUR 19,00


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