SPANIEN
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Ein rundes Jubiläum in Spanien
Vor einigen Jahren, genauer im Jahr 2005 wurde auf der iberischen Halbinsel ein 100jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei ging es weder um eine Person, die dieses wahrhaft biblische Alter erreicht hat und auch nicht um ein Kunstwerk, ein Gebäude oder eine Institution. Nein, es ging um den Tourismus.
Jetzt wird sich jeder fragen, wie man soetwas an eine Jahreszahl festmachen kann? Dies war man sich auch in Spanien bewusst und so hat man die Gründung der Nationalen Spanischen Tourismuskommission als Aufhänger gewählt.
Bevor ein Staat die Notwendigkeit erkennt eine solche Kommission einzuberufen, vergehen meist einige Jahre, so dass man davon ausgehen kann, dass der Tourismus in Spanien viele Jahre älter ist. Schon vor Beginn der industriellen Revolution zu Beginn des 19. Jahrhunderts pflegte nicht nur der Adel sondern auch das gehobene Beamtentum in die Sommerfrische zu fahren, ebenso erfolgreiche Künstler aller Art.
Die unruhigen Jahren nach dem ersten Weltkrieg und erst recht während und nach dem spanischen Bürgerkrieg, waren dem Tourismus nicht förderlich.
Erst in den sechziger Jahren öffnete sich das lange abgeschottete Land langsam Gästen aus dem Ausland. Nach ersten Erfolgen und der Erkenntnis, dass mit Urlaubsgästen viel Geld zu verdienen ist, nahm die Entwicklung des Tourismus rasch Fahrt auf.
Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestag
Bei der Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestag, Ende 2005, hob König Juan Carlos hervor „daß Spanien und die Spanier dem Tourismus als Motor für Beschäftigung und Prosperität viel zu verdanken haben“.
Im folgenden kurzen Rückblick auf die Geschichte des spanischen Tourismus wird seine kontinuierliche Entwicklung zum wichtigen Wirtschaftssektor, der er heute ist, deutlich.
1905: Gründung der Nationalen Tourismuskommission
1909: 1. Internationaler Tourismuskongreß in San Sebastian (Baskenland).
1910: In Barcelona werden das erste Reisebüro (Marsans) Spaniens und das erste Informationsbüro eingerichtet. In Madrid installiert sich das Hotel Ritz. König Alfonso XIII. weiht das El Greco-Museum in Toledo ein.
1911: Die Nationale Tourismuskommission wird durch Comisaría Regia de Turismo (Königliche Tourismuskommission) ersetzt, deren Aufgaben die Promotion des Tourismus und Pflege des nationalen Kulturerbes sind.
1914: London erlebt in „Earls Court“ die erste spanische Tourismusausstellung. Der Werbeslogan jener Jahre heißt „Sunny Spain“. In den folgenden Jahren gründen sich Gesellschaften zur Unterstützung des Tourismus, entstehen Reisebüros, fördert der Staat touristische Infrastruktur.
1916: Im Gesetz über Nationalparks wird der Status besonders schützenswerter Regionen und Landschaften festgeschrieben. Spanien stellt sich als Touristenland in New York und Philadelphia vor.
1928: Ein Nationales Tourismus Patronat wird gegründet. Es entstehen rd. 50 touristische Informationsbüros innerhalb Spaniens. Auslandsbüros werden in Paris, London, Rom, Gibraltar, New York und Buenos Aires eröffnet. Das Nationale Tourismus Patronat veranstaltet eine Werbekampagne, deren Hauptelement zum ersten Mal Plakate sind. Bekannte Maler und Illustratoren, unter ihnen Salvador Dalí, entwerfen 40 farbige und 40 Plakate in schwarz-weiß mit historisch-künstlerischen Motiven der Küstenzonen und des Landesinneren. Zum bekanntesten wird ein Poster von Verdugo Landi mit dem Slogan „VISITEZ L´ESPAGNE“ (Besuchen Sie Spanien). Der erste PARADOR, (Parador von Gredos) in der Nähe von Ávila, wird eingeweiht.
1929: Barcelona lädt zur Internationalen EXPO, Sevilla zur EXPO der Ibero-Amerikanischen Länder. Erste gesetzliche Regelungen für touristische Unterkünfte, Stadtführer, Übersetzer und Reiseführer werden festgelegt. Das Reklamationsbuch wird eingeführt.
1930: Eröffnung der Fluglinie Madrid – Canarias
1931: Einweihung des Flughafens Barajas bei Madrid.
1934: Regulierungsgesetz über den Kauf von Fincas bzw. Boden durch Ausländer auf den spanischen Inseln.
1935: Route Madrid – Paris eingerichtet. Es folgen neue touristische Institutionen, Gesetze für den Betrieb von Hotels, Cafes, Bars etc., für Werbung zu touristischen Zwecken, für die Herstellung von Plakaten, etc.
1942: Die Handelstätigkeit von Reisebüros wird gesetzlich geregelt. Es entsteht eine Beratende Kommission für Tourismus, in der die 12 wichtigsten Reiseagenturen vertreten sind.
1948: Der Slogan der spanischen Werbekampagne heißt „ Spain is beautiful and different“. Jahr der Gründung der Europäischen Kommission für Tourismus.
1950: Privaten Unternehmen wird die Verwendung der Begriffe „Parador de Turismo“, „Albergue de Turismo“ (Touristische Herberge) und „Refugio de Turismo“ (Touristisches Refugium) untersagt.
1951: Spanien bekommt ein Ministerium für Information und Tourismus. Die Zahl der ausländischen Besucher1 liegt erstmals über 1 Million.
1952: Der erste nationale Plan für Tourismus wird in Angriff genommen, eine interministerielle Kommission für den Sektor geschaffen. Spanien unterzeichnet das Internationale Abkommen über Zollreglungen für Tourismus. Das „Heilige Jahr“ zieht eine halbe Million Pilger auf den Jakobsweg.
1961: Die Zahl der ausländischen Besucher erreicht 7 Millionen.
1962: Nach zahlreichen Namens- und Strukturänderungen in den Vorjahren entsteht ein Staatssekretariat für Tourismus mit den beiden großen Abteilungen: Promotion sowie Touristische Unternehmen und Aktivitäten. Das Institut für Touristische Studien wird eröffnet.
1963: Gründung der offiziellen Tourismusschule. Gesetz über Zentren und Zonen von touristischem Interesse. Eröffnung der Spanischen Fremdenverkehrsämter in Frankfurt und München. 10 Millionen ausländische Besucher.
1964: Schutz geographisch-touristischer Markennamen wie Costa Brava, Costa del Sol u. a . wird eingeführt. In Madrid findet die erste Nationalversammlung des Tourismus statt. Die Nationale Lotterie startet die erste Sonderziehung „Sorteo del turista“ (Tourismusauslosung). Die touristische Versicherung wird aus der Taufe gehoben.
1965: Die Einnahmen aus Tourismus übersteigen 1 Mrd. Dollar.
1966: Eröffnung des Spanischen Fremdenverkehrsamtes in Düsseldorf.
1968: Für die Hotelklassifizierung werden Normen festgelegt.
1970: Gesetz über Sporthäfen. Einweihung des Puerto Banús in Marbella. Spanien wirbt mit der Losung „España, un lujo a su alcance“ (Spanien, ein erschwinglicher Luxus). In Mexiko werden die Statuten der Welttourismusorganisation angenommen.
1971: Die Einnahmen aus Tourismus liegen bei 2 Mrd. Dollar.
1972: Rahmengesetz für Preise in Hotelwesen, Restaurants, Cafes und ähnlichen Einrichtungen. Die Zahl der ausländischen Besucher erreicht die 30 Mill. Grenze.
1974: Maßnahmen zur Ordnung des touristischen Angebots. Neue Festlegungen für Reisebüros. Erster Plan zur Modernisierung von Hotelanlagen. Gesetz über Finanzierung von Investitionen nationaler touristischer Unternehmen im Ausland.
1975: Einweihung der II. Nationalversammlung für Tourismus durch das spanische Königspaar (erster offizieller Akt des Königspaares nach der Wiedereinführung der Monarchie).
1976: Das Generalsekretariat der WTO zieht von Genf nach Madrid.
1979: Die Zahl der ausländischen Besucher fällt um 1 Million. Der neue Werbeslogan richtet sich an den nationalen Touristen „España, sin ir más lejos“ (Spanien, gleich um die Ecke)
1981: 1. Internationale Tourismusmesse in Madrid, FITUR.
1983: Joan Miró entwirft das Logo für den spanischen Tourismus. Die neue Werbekampagne heißt „Everything under the sun“.
1984: Schaffung des Instituts für Promotion des Tourismus. Regelung von Promotion und Vermarktung für „Ländlichen Tourismus“. Gründung des Spain Convention Bureau. Die Zahl der ausländischen Besucher liegt bei 54 Millionen. Der Staat schafft Grundlagen für Kreditvergabe zugunsten der Modernisierung touristischer Unterkünfte und Stimuli für den Bau neuer Hotels in Sevilla, Barcelona, Santiago de Compostela, entlang der Silberroute und des Jakobsweges.
1989: Gesetz zum Schutz der Küsten verabschiedet.
1990: Das Institut für die Promotion des Tourismus wird durch Instituto de Turismo de España (TURESPAÑA) ersetzt. Europäisches Jahr des Tourismus.
1991: Die Zahl der Besucher sinkt auf 52 Millionen.
1992: Rahmenplan für Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus verabschiedet. Erste Stipendien für Tourismusstudium werden vergeben. Der Tourismussektor erhält – zusammen mit dem Bereich Handel – ein eigenes Ministerium. In Deutschland – in Berlin – nimmt ein viertes Spanisches Fremdenverkehrsamt seine Arbeit auf.
1995: Das Schengener Abkommen tritt in Kraft, die Grenzkontrollen zwischen sieben EU-Ländern entfallen. Einweihung der Themenparks „Port Aventura“. Auf Teneriffa findet der 1. Kongreß zum Thema „Qualität im Tourismus“ statt.
1996: Die erste statistische Erhebung Encuesta de Movimientos Turísticos Españoles (Familitur / nationaler Tourismus) wird veröffentlicht. Die Statistik Frontur (internationaler Tourismus nach Spanien) erscheint monatlich. Tourismus wird ein Universitäts-Studiengang.
1997: In Madrid findet der 3. Nationale Kongreß für Tourismus statt. Die Zentralregierung verabschiedet einen Strategieplan für den touristischen Sektor. 1998: Auf den Balearen tritt ein Moratorium in Kraft, mit dem unbegrenztes Bau-Wachstum unterbunden werden soll. Die touristische Marke „Pyrenäen“ wird gegründet.
1999: Neue Werbekampagne mit dem Titel „Bravo Spain“.
2000: Plan Integral de Calidad del Turismo 2000- 2006 (Allgemeiner Qualitätsplan für Tourismus). Gründung des Instituto para la Calidad Turística Española (ICTE)
2001: Plan zur Förderung des Kultur- und Sprachtourismus verabschiedet. Ein Bewertungs- und Kontrollsystem für Qualität tritt in Kraft. In Peking, Singapur, Moskau und Warschau werden Spanische Fremdenverkehrsämter installiert. Die Zahl der internationalen Touristen übersteigt die 50 Millionen.
2002: Präsentation der neuen website von TURESPAÑA: www.spain.info
2003: 1. Internationaler Kongreß für Kulturtourismus in Salamanca. 3. Nationales Treffen für touristische Qualität. Gründung der Sociedad Estatal para la Gestion de la Información Turística (Staatliche Gesellschaft für Managment touristischer Information). Gründung der Sociedad Estatal para el Desarrollo Tecnológico del Turismo (Staatliche Gesellschaft für die technologische Entwicklung des Tourismus). Die WTO verwandelt sich in ein Spezialorgan der UNO. Die Hotelkette PARADORES feiert den 75. Jahrestag des ersten PARADOR.
2004: Ministerium für Industrie, Tourismus und Handel. Gründung der Spanischen Konföderation der Hotels und touristischen Unterkünfte (CEHAT) als Zusammenschluß von Zontur und der Hotelvereinigung FEH. Plan über Ziele touristischer Werbung und Vermarktung Spaniens.
2005: Erste Tagung des Consejo de Ministros (Ministerrates), die sich ausschließlich dem Thema Tourismus widmet. Gründung des Spanischen Tourismusrates (Consejo Español de Turismo) Initiative zur Modernisierung älterer touristischer Ziele. Umstrukturierung von TURESPAÑA






